Vom Glück des Dazwischen: Ein Leben zwischen Kulturen, Glauben und Identitäten
Datum: 26. Februar 2026
Vom Glück des Dazwischen: Ein Leben zwischen Kulturen, Glauben und Identitäten – Lesung mit Abini Zöllner im Bistro Marie
Abini Zöllner erzählt vom Leben im sogenannten Dazwischen: zwischen Ost und West, Herkunft und Zuschreibung, Religion und Alltag, Erinnerung und Gegenwart. Nicht als Bekenntnis, sondern als Einladung zum Denken.
Geboren 1967 in Berlin-Lichtenberg als Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers, wuchs sie protestantisch getauft munter mit drei Religionen auf – die Mutter Jüdin, der Vater Yoruba. Für die Mutter zweier Kinder hat Familie bis heute Priorität – ohne Zweifel ihre eigentliche Religion.
In ihren Texten und Erzählungen verhandelt sie Identität ohne Etikett, denn es geht ihr um Erfahrung statt Reflex, um die Freiheit, sich nicht festlegen zu lassen. Sie spricht über das Aufwachsen in der DDR, über Migration ohne Bewegung, über Familie als gelebte Praxis – und über ein Berlin, das lange keine Orte brauchte, um sich zu erinnern, weil Geschichte überall im Weg stand.
Nach dem Studium der Musikgeschichte kam 1990 der Journalismus dazwischen – und blieb. Zunächst bei der Jungen Welt, ab 1991 bei der Berliner Zeitung, wo sie mehr als 25 Jahre lang mit Vergnügen das schrieb, was aufgeschrieben gehörte. 2003 erschien ihr erstes Buch, die autobiografische Erzählung „Schokoladenkind“, das den Weg auf die Spiegel-Bestsellerliste fand. Oft sind es jedoch auch die Alltäglichkeiten – oder die „Allnächtlichkeiten“ –, die sie beschäftigen: 2015 folgten die Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene „Hellwach“.
Mit Humor, gedanklicher Präzision und erzählerischer Offenheit verbindet sie autobiografische Episoden mit gesellschaftlichen Fragen:
Was formt uns wirklich?
Was ist Erinnerung – privat, öffentlich, politisch?
Und warum ist Differenzierung oft die radikalere Haltung?
Die nächste Herausforderung wartet ganz sicher. Und Überraschungen liebt sie – jedenfalls die meisten.
Ein Abend über Herkunft als Privileg, über Identität als Prozess – und über das Glück, sich nicht auf eine einzige Wahrheit festlegen zu müssen.
Lesung & moderierte Diskussion:
26. Februar
19–21 Uhr
Bistro Marie
Eintritt: 12 € an der Abendkasse (inkl. Snacks)

