Romanlesung und Vernissage
Datum: 17. April 2026
Roman über Gemeinschaft der Aussortierten
Der Auftakt der Veranstaltungsreihe „innen|aussen“ vereint gleich zwei Höhepunkte: Die Lesung aus dem Buch „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ von Karsten Krampitz und die Eröffnung der Ausstellung „Hartroda – Bilder einer Wohngemeinschaft“ mit Fotografien von Monika Schulz-Fieguth. Der Ort Hartroda in Thüringen verbindet beides miteinander.
Roman über Gemeinschaft der Aussortierten
Das Buch „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ von Karsten Krampitz spielt Ende der 70er Jahre in der DDR. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda im Altenburger Land.
So beginnt die Geschichte einer Kommune, die völlig aus der Zeit und aus dem Land gefallen ist. Die einen bekommen Hilfe, die anderen Asyl – vor der Schinderei im Staatsbetrieb, von einem Leben im stupiden Kreislauf von Arbeiten, Saufen, Schlafen.
Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird: Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Unter dem Schirm der Kirche wird sie, so scheint es zumindest, vom DDR-Apparat in Ruhe gelassen.
Für den Roman wurde Karsten Krampitz von der Kaspar Hauser Stiftung mit dem Matthias-Vernaldi- Preis für selbstbestimmtes Leben 2025 ausgezeichnet.
Veranstaltungsreihe „innen|aussen“
Zweiter Höhepunkt neben der Lesung ist die Vernissage der Ausstellung „Hartroda – Bilder einer Wohngemeinschaft“ mit Fotografien von Monika Schulz-Fieguth. Nach der Vernissage wird die Schau vom 18. April bis 27. Juni im Bistro Marie zu sehen sein. Zur Vernissage spricht Christian Ulrich.
Die Lesung und die Vernissage sind der Startpunkt der Reihe „innen|aussen“. Der Name ist so gewählt, weil die Lesungen und Gespräche in den Innenräumen des Restaurants stattfinden, während die vier Ausstellungen, die über das Jahr geplant sind, außen auf der Terrasse gezeigt werden.
Des Weiteren weist der Titel aber auch auf die tiefere Funktion hin, persönlichen Erfahrungen, sinnstiftenden Projekten und künstlerischen Arbeiten mit Bezug zu Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion einen öffentlichen Raum zu geben, wie er exponierter in direkter Nähe zum Bundestag nicht sein könnte.
Mehr über Karsten Krampitz
Karsten Krampitz (*1969 in Rüdersdorf) ist Autor, Historiker und Journalist. Er schrieb für Straßenzeitungen, war an der Besetzung von Luxushotels beteiligt und Mitgründer von „Mondkalb – Zeitung für das organisierte Gebrechen“. Er promovierte zur Rolle der Kirche in der DDR. 2009 gewann er beim Ingeborg-Bachmann-Preis den Publikumspreis.
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Ort: Marie. Das Bistro im Bundestag
Marie-Elisabeth-Lüders-Haus Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1, 10117 Berlin Deutschland
Dauer: Vernissage: 17. April 2026, 18 Uhr | Lesung: 17. April 2026, 18:30 Uhr
Eintritt: 8 € an der Abendkasse (1 Getränk inklusive)
Anmeldung: http://www.luma.com/483w5ivn



